Mobilität

BOSCH SCHICKT AUTOS AUF PARKPLATZSUCHE

Nie wieder umständlich nach einem Parkplatz suchen - Bosch entwickelt das Community-based Parking, welches ohne Umweg die passende Parklücke finden kann

09.07.2020

Stuttgart

Jede Autofahrt endet auf einem Parkplatz. Doch der will erst einmal gefunden werden. In Innenstädten verursacht die Suche nach Parkplätzen rund ein Drittel des Verkehrsaufkommens. Autos erkennen und melden im Vorbeifahren freie Lücken am Straßenrand. Der Bosch-Service ist für Autofahrer seit 2018 nutzbar.

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Vor allem Stellplätze am Straßenrand sind rar. Kein Wunder, dass 87 Prozent der Autofahrer laut dem Online-Portal Statista an Lösungen für eine einfachere Parkplatzsuche interessiert sind. „Die umständliche Suche nach einem freien Stellplatz kostet Autofahrer regelmäßig Zeit und Nerven“, sagt Dr. Dirk Hoheisel, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Mit dem Community-based Parking hat Bosch eine offene Service-Plattform für die stressfreie Parkplatzsuche entwickelt. Der Clou dabei: Autos selbst finden und melden freie Stellplätze am Straßenrand. Die Information wird in eine digitale Parkplatzkarte eingetragen und allen an dem Service beteiligten Fahrzeugen zum Beispiel über das Navigationssystem zur Verfügung gestellt. Autofahrer können sich dann ohne Umwege zu freien Parklücken navigieren lassen. Dadurch wird die Parkplatzsuche deutlich verkürzt und die Umweltbelastung in Städten reduziert. Spätestens 2018 soll der Service für Autofahrer nutzbar sein.


Einer für alle, alle für einen: Im Vorbeifahren Parkplätze finden


„Mit dem Community-based Parking machen wir Autos zu Sensoren im Internet der Dinge und Städte smarter“, erklärt Hoheisel. Um Parklücken am Straßenrand zu erkennen, nutzt Bosch die Ultraschallsensoren des bereits in fast jedem dritten Neufahrzeug vorhandenen Parkassistenten. Damit erkennen Autos im Vorbeifahren – auch bei Geschwindigkeiten von über 50 Stundenkilometern –, wo sich am Straßenrand Lücken zwischen schon geparkten Fahrzeugen befinden. Mit Hilfe einer Kommunikationsschnittstelle wie der Connectivity Control Unit (CCU) von Bosch werden die Informationen an den jeweiligen Fahrzeughersteller gesendet und dann anonymisiert an die Bosch IoT Cloud (BIC) weitergeleitet. Bosch bereitet die Daten aller Fahrzeuge intelligent zu einer digitalen Parkplatzkarte auf, die auf einer Standard-Navigationsstraßenkarte basiert, und stellt sie den Fahrzeugherstellern zur Verfügung. Diese können die Karte dann mit allen Autos teilen, die über eine Serveranbindung verfügen. Bosch geht davon aus, dass 2020 alle neuzugelassenen Fahrzeuge in Märkten wie Europa oder Nordamerika derart vernetzt sein werden.


Wohnmobil oder Kleinwagen - die Größe ist entscheidend


Das Geheimnis des Community-based Parking ist die Aufbereitung der Daten. Nicht jede Lücke, die ein Auto am Straßenrand erkennt und meldet, ist automatisch ein Parkplatz. Genauso gut kann es sich um eine Grundstücksausfahrt, eine Bushaltestelle oder eine Parkverbotszone handeln. Bosch bedient sich der Methoden des Data Mining, um Lücken am Straßenrand zweifelsfrei als Stellplätze zu identifizieren. „Mit Data Mining können wir aus einer Fülle von Daten schnell und gezielt die benötigten Informationen herausfiltern“, sagt Hoheisel. Erkennen und melden gleich mehrere Fahrzeuge eine Lücke am Straßenrand beispielsweise wiederholt als unbesetzt, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um einen Parkplatz. In der digitalen Parkplatzkarte wird die Lücke entsprechend nicht als Stellplatz ausgewiesen. Je mehr Fahrzeuge am Communitybased Parking teilnehmen, desto genauer und umfangreicher ist der Bosch-Service. Das geht sogar so weit, dass Bosch zu jeder Parklücke Angaben zu Länge und Breite machen kann. Damit wird dann auch eine fahrzeugspezifische Parkplatzsuche für zum Beispiel Wohnmobile oder Kleinwagen möglich.


Service-Plattform offen für alle Fahrzeughersteller


Das Community-based Parking von Bosch setzt eine gewisse Grundgesamtheit an Daten über Lücken am Straßenrand voraus. Bosch hat dazu in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München eine Studie durchgeführt. Zentrale Frage: Wie viele Fahrzeuge müssen durch eine Straße hindurchfahren und Informationen zu Lücken am Straßenrand liefern, damit überhaupt eine digitale Parkplatzkarte erstellt werden kann? Ergebnis: Je nach Kategorie der Straße – Hauptverkehrsstraße, Nebenstraße oder ähnliches – reichen bereits etwas mehr als ein Prozent aller Fahrzeuge aus. Um den Service deutschlandweit in verschiedenen Städten anbieten zu können, ist die Zusammenarbeit mit mehreren Fahrzeugherstellern ideal. „Wir haben das Community-based Parking ganz bewusst als offene Service-Plattform angelegt“, so Hoheisel. Dadurch können sich mehrere Fahrzeughersteller gleichzeitig daran beteiligen.

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